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Filmfest Oldenburg ehrt Mattie Do mit einer Tribute und gibt komplettes Programm bekannt

Nachdem Mattie Do letztes Jahr mit »The Long Walk« bereits Deutschlandpremiere feierte, ehrt das Filmfest Oldenburg sie dieses Jahr mit einer Tribute und präsentiert eine der spannendsten Filmemacherinnen zwischen Genre und Arthousekino.

 

Außerdem freuen wir uns, das vollständige Programm des 28. Internationalen Filmfest Oldenburg zu veröffentlichen. Mit dabei sind weitere Weltpremieren und jede Menge wagemutiges, unabhängiges Filmschaffen aus der ganzen Welt.

Tribute für Mattie Do

Mit dem erfolgreichen Horrorfilm »The Long Walk« feierte Mattie Do die Deutschlandpremiere beim Filmfest Oldenburg 2020. Die Umstände der Pandemie erlaubten es der laotischen Regisseurin nicht persönlich zu erscheinen. Umso erfreuter ist das Filmfest Oldenburg das Ausnahmetalent in diesem Jahr vom 15. bis zum 19. September in Oldenburg nicht nur als Gast begrüßen zu dürfen, sondern sie auch mit einem Tribute ehren zu können.

Mattie Do ist in Kalifornien geboren, nachdem ihre Eltern vor der kommunistischen Revolution in Laos geflüchtet sind. 30 Jahre später beschließt ihr Vater zurück in seine alte Heimat zu gehen und lädt seine Kinder ein mitzukommen. Mattie, ihr Ehemann Chris Larsen und der gemeinsame Hund Mango schließen sich an und ziehen 2008 in die Hauptstadt Vientiane.

Ihr Regiedebüt »Chanthaly« drehte sie, gemeinsam mit ihrem Mann Christopher Larsen, in ihrem Haus in Vientiane. Es ist der erste Horrorfilm, der komplett in Laos geschrieben und gedreht wurde. Gleichzeitig ist es auch der erste laotische Spielfilm, bei dem eine Frau Regie führte und der außerhalb Südostasiens gezeigt wurde. Als Dank für die zahlreichen Spenden der Crowdfunding Kampagne für ihren zweiten Film »Dearest Sister« stellten Do und Larsen den ersten Film, an dem sie die alleinigen Inhaber des Urheberrechts sind, und das gesamte Rohmaterial der Öffentlichkeit frei zur Verfügung. In diesem Zuge lud Do die Fans zu einer ›Community Challenge‹ ein, dass sie unter Verwendung des Materials »Chanthaly« neu bearbeiten.

Mit »Dearest Sister« setzte Mattie Do schon ein Ausrufezeichen als eine der spannendsten neuen Stimmen im weltweiten Genrekino. Der Film wurde weltweit auf Festivals gefeiert und von Laos als Kandidat für die 90. Oscar Verleihung 2018 in der Kategorie ›Bester fremdsprachiger Film‹ eingereicht. Damit hat Mattie Do auch hier für die Premiere gesorgt, der erste von Laos eingereichte Oscarbeitrag.

Mit »The Long Walk« hat sie sich endgültig als eine der aufregendsten jungen Filmemacher etabliert. Der Film wurde zum Festival nach Venedig eingeladen und erhielt überragende Kritiken. Mattie Do wird vom 15. bis 19. September in Oldenburg zu Gast sein und ihre drei Filme persönlich präsentieren. Neben ihren Arbeiten als Regisseurin und Autorin wird auch »Bangkok Nites« (2016) im Rahmen des Tributes gezeigt, der ihre erste Arbeit als Produzenten und die erste große Coproduktion war, an der das Land Laos beteiligt war.

 

 

Programm

Das Programm des Internationalen Filmfest Oldenburg steht nun fest. Weitere Weltpremieren und spannendes junges Kino komplettieren das diesjährige Line-Up.

Unter anderem wird Noémie Merlants Regiedebüt »Mi Lubita, Mon Amour« als Deutschlandpremiere und RP Kahls neuer Film »Als Susan Sontag im Publikum saß«, in dem das legendäre, von Hedegus/Pennebaker als »Town Bloody Hall« dokumentarisch verewigte Treffen von Norman Mailer mit der feministischen Intellektuellen-Elite New Yorks 50 Jahre danach als Theaterstück »re-enacted« wird, als Weltpremiere zu entdecken sein.

 

A BRIXTON TALE, UK 2021, Darragh Carey, Bertrand Desrochers (Deutschlandpremiere)

Leah ist Youtuberin aus gutem Elternhaus, Benji ist das Objekt der Begierde ihrer Kameralinse und er ist von der Straße. Soviel Gegensatz, aber im Sucher von Leahs Kamera sind sie gleich, bis eine von Leah heraufbeschworene Situation eskaliert. Der Film feierte seine Premiere beim diesjährigen Slamdance Filmfestival.

 

A GLIMPSE OF HAPPINESS, FRA 2021, Raffaël Enaul (Weltpremiere)

17 gescheiterte Selbstmordversuche treffen auf 108 erfolgreiche Morde. Was nach einer glücklichen, wenn auch eher kurzen Begegnung klingt, wird schnell zu einer wunderbar subversiven Komödie, die den Zuschauer ganz verzückt zurücklässt.

 

ALIEN ON STAGE, UK 2020, Danielle Kummer, Lucy Harvey (Deutschlandpremiere)

»In Dorset no one can hear you scream.« Der Underdog Hit des Jahres ist diese Story um eine Gruppe Busfahrer aus Dorset, die es mit ihrer Laien-Adaption des Weltraumklassikers »Alien« für eine Nacht auf eine Theaterbühne ins Londoner West End schaffen.

 

ALS SUSAN SONTAG IM PUBLIKUM SAß, GER 2021, RP Kahl (Weltpremiere)

RP Kahl und Koautorin Saralisa Volm verweben geschickt die Zeitebenen in dieser spielerischen und klugen Dokumentation über die kämpferischen Anfänge des Feminismus und ihren Nachhall im Hier und Jetzt. Norman Mailers legendäres Treffen mit der Speerpitze der feministischen Bewegung Anfang der 70er Jahre in New Yorks Townhall wird im hier und jetzt der »Me Too-Ära« neu bearbeitet und hinterfragt.

 

COME TO HARM, ISL 2021, Ásgeir Sigurðsson, Anton Karl Kristensen (Europapremiere)

Die Mutter rauschgiftabhängig und der Vater tot: In einem heruntergekommenen Viertel in Reykjavik lebt Oliver gemeinsam mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder Hrafn. Der Drogenrückfall der Mutter hat schwerwiegende Folgen. Der Regisseur und Hauptdarsteller ist mit 21 Jahren einer der ganzen Jungen Filmmacher des neuen Europäischen Kinos.

 

DER MENSCHLICHE FAKTOR, GER/ITA/DNK 2021, Ronny Trocker

Sabine Timoteo und Mark Waschke als dysfunktionales Ehepaar, das Wohlstand mit Wohligkeit und sich nichts zu sagen haben mit sich Verstehen verwechselt. Ein kleiner Vorfall, den alle anders erlebt haben, reicht aus, um einen durch und durch spannenden und faszinierenden Film zu erzählen. Der Film wird Anfang des nächsten Jahres bundesweit vom Farbfilmverleih ins Kino gebracht.

 

HYDROMETTA, CAN 2021, Christopher Walters (Weltpremiere)

Christopher Walters serviert dem Zuschauer eine ausgefeilte Story voller Fallstricke, in der unsere Gegewart, wie eine Zukunftsvision aus der Hölle erscheint. Stilsicher im Rotoscope-Verfahren umgesetzt.

 

MI LUBITA, MON AMOUR, FRA 2021, Noémie Merlant (Deutschlandpremiere)

Das Regiedebüt von Frankreichs aufstrebendem Leinwandstar feiert in Cannes Selection seine Weltpremiere. In der Hauptrolle ist Noémie zu sehen, die 2011 zum ersten Mal in Oldenburg war, um ihr Spielfilmdebüt zu präsentieren. 2016 erhielt sie in Oldenburg ihren ersten Schauspielpreis für »Twisting Fate«, für den sie den Seymour Cassel Award - Beste Schauspielerin gewann.

 

MONTE VERITÀ, CHE/AUT/GER 2021, Stefan Jäger

Der Berg der Wahrheit markiert für Hanna einen Wendepunkt: Ihr gutbürgerliches Leben hinter sich gelassen, lernt sie auf dem Monte Verità ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Doch kann sie diesen neuen Lebensstil auch nach ihrer Rückkehr nach Wien fortführen? Der Film wird im Verleih von DCM am 02. Dezember seinen bundesweiten Kinostart bekommen.

 

MR. SUZUKI – A MAN IN GOD’S COUNTRY, JPN 2020, Omoi Sasaki (Europapremiere)

In einem dystopisch-futuristischen Japan lebt Yoshiko, unverheiratet und kinderlos, die sich um fünf ältere Damen kümmert. Mit ihrem Lebensstil ist sie der Regierung ein Dorn im Auge und soll nun entweder einen Ehemann finden, oder die Stadt verlassen. Unvermittelt steht Mr. Suzuki vor ihrer Tür.

 

STREETWISE, CHN 2021, Na Jiazuo, (Deutschlandpremiere)

Nach seiner Weltpremiere in Cannes kommt das Spielfilmdebüt des chinesischen Regisseurs Na Jiazuo nach Oldenburg. Inspiriert von seinem eigenen Leben folgen wir dem 21-jährigen Dongzi durch die Straßen der Vergessenen, während er nach Sinn sucht und an Träumen festhält.

 

THE AMUSEMENT PARK, USA 1973, George A. Romero (Deutschlandpremiere)

Dieser 60-minütige Werbefilm, der 1973 für eine lutherische Wohltätigkeitsorganisation gedreht, aber nie veröffentlicht wurde, wurde jahrelang auf mehreren Festivals und Veranstaltungen gezeigt, blieb aber ansonsten weitgehend ungesehen. Eine Kopie wurde 2017 wiederentdeckt und Romero etwa drei Wochen vor seinem Tod zugeschickt. Er wurde im Auftrag der George A. Romero Foundation in 4K digital restauriert und im MoMA uraufgeführt.

 

THE SPINE OF NIGHT, USA 2021, Philip Gelatt, Morgan Galen King (Internationale Premiere)

In einer mystischen Welt gab es einen Mann, der verbotenes Wissen von einer magischen Pflanze stahl und somit große Macht erlangte. Seitdem ist die Zukunft der Menschheit in Gefahr. Doch Helden aus verschiedenen Kulturen und Epochen vereinen sich im Kampf gegen diese dunkle Macht.

 

WE’RE ALL GOING TO THE WORLD’S FAIR, USA 2021, Jane Schoenbrun (Europapremiere)

In ihrem Debütfilm, der in Sundance seine Weltpremiere feierte, taucht ein schüchternes, isoliertes Teenagermädchen in ein Online-Rollenspiel ein. Mit Anna Cobb in der Hauptrolle in einem atemberaubenden Spielfilmdebüt und inspiriert von den eigenen Erfahrungen der Regisseurin, ist es ein Film über Fantasie, Intimität und Identitätsspiele in der digitalen Welt. Es ist unmöglich zu wissen, ob jemand online die Wahrheit sagt oder einen trollt.

 

Material zu den genannten Filmen finden Sie auf unserer Website unter Pressematerial-Filme.

 

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