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Filmfest Oldenburg ehrt Regisseur William Friedkin mit einer Retrospektive


Auf dem diesjährigen Filmfest wird der legendäre US-amerikanische Filmemacher William Friedkin mit einer Retrospektive geehrt – pünktlich zu seinem 85. Geburtstag und begleitet von der Deutschlandpremiere von Alexandre O. Phillippes Friedkin-Portrait „Leap of Faith: William Friedkin on The Exorcist“. Friedkin selbst wird in Form eines großen Gesprächs live nach Oldenburg zugeschaltet sein.

Der Filmemacher William Friedkin, soviel kann man ohne Übertreibung sagen, hat das US-Erzählkino, so wie wir es heute kennen, entscheidend geprägt. Dass er sich dabei stets an der Schwelle von Independent-Film und Blockbuster-Kino bewegte und in beiden Bereichen Außergewöhnliches leistete, zeugt von seinem untrüglichen Gespür für die Form, die ein jeweiliges Thema verlangt.

Dieses instinktive Talent zeigt sich bereits früh in Friedkins Werk in Gestalt des Dokumentarfilms „The People vs. Paul Crump“. Sein Portrait des zum Tode verurteilten jungen Schwarzen Paul Crump war für Friedkin selbst ein Schlüsselerlebnis. Die Macht des Mediums offenbarte sich für den jungen Filmemacher, nachdem sein filmisches Portrait den Gouverneur dazu veranlasste, das Todesurteil gegen Paul Crump auszusetzen.

Aufbauend auf diesem frühen Erfolg erlebte Friedkin im Jahr 1971 mit „The French Connection“ („Brennpunkt Brooklyn“), der ihm sowohl einen Golden Globe als auch einen Oscar als Bester Regisseur einbrachte, seinen endgültigen Durchbruch. Der Polizei-Thriller mit Gene Hackman und Roy Scheider in den Hauptrollen setzte seinerzeit Standards im Thriller-Genre und definierte mit seiner dynamischen, semidokumentarischen Kameraarbeit ganz nebenbei den Look für eine ganze Generation von Filmschaffenden.

 

Sein nächster Film, „The Exorcist“ („Der Exorzist“, 1973), bedeutete nicht weniger als eine Revolution für das Horror-Genre und gilt als einer der besten Horror-Filme aller Zeiten, dessen popkultureller Einfluss noch heute ungebrochen ist. Dass er weder Mühen noch Kontroversen scheut, um seine filmische Vision zu verwirklichen, bewies Friedkin mit dem Folgeprojekt „Sorcerer“ („Atemlos vor Angst“, 1977) aufs Neue, der wie Henri-Georges Clouzets Klassiker „Le salaire de la peur“ auf dem gleichnamigen Roman von Georges Arnaud basiert.

Nachdem Friedkin bereits den Look der 1970er-Jahre definiert hatte, tat er dies 14 Jahre später mit „To Live and Die in L.A.“ („Leben und Sterben in L.A.“) auch für das neue Jahrzehnt. Der Neo-Noir-Thriller steht emblematisch für die berauschende Oberflächenästhetik der 1980er-Jahre. Auch in den 1990er- und 2000er-Jahren folgten weitere routinierte Genrestücke, die Friedkins herausragenden Ruf weiter festigten. Mit seinem bislang letzten Spielfilm, „Killer Joe“ aus dem Jahr 2011, gelang Friedkin erneut ein Erfolg bei den Kritikern, der beweist, dass er seine erzählerischen und inszenatorischen Qualitäten keineswegs verloren hat.

Passend zur Friedkin-Filmreihe zeigt das Filmfest Oldenburg Alexandre O. Philippes essayistischen Dokumentarfilm „Leap of Faith: William Friedkin on The Exorcist“ als Deutschlandpremiere. Im Gespräch mit Friedkin geht Philippe, der sich mit preisgekrönten filmhistorischen Dokumentarfilmen wie „Doc of the Dead“, „78/52“ oder „Memory: The Origins of Alien“ einen Namen gemacht hat, der Entstehungsgeschichte des Horror-Klassikers „The Exorcist“, aber auch der Faszination des Filmemachens an sich auf den Grund.

 

Live-Gespräch mit William Friedkin

Als besonderes Highlight wird William Friedkin im Rahmen eines großen virtuellen Live-Gesprächs nach Oldenburg zugeschaltet. Das Gespräch wird ohne Paywall allen Interessierten zugänglich gemacht werden.

 

Die Filme der Friedkin-Retrospektive

The People vs. Paul Crump (USA 1962; Regie: William Friedkin)

The French Connection / Brennpunkt Brooklyn (USA 1971; Regie: William Friedkin)

The Exorcist / Der Exorzist (USA 1973; Regie: William Friedkin)

Sorcerer / Atemlos vor Angst (USA 1977; Regie: William Friedkin)

To Live and Die in L.A. / Leben und Sterben in L.A. (USA 1985; Regie: William Friedkin)

Killer Joe (USA 2011; Regie: William Friedkin)

 

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