Some Velvet Morning
USA 2013Director: Neil LaBute
Cast: Stanley Tucci, Alice Eve
82 Min. | OV
Retrospektive
Vor vier Jahren hat Fred seine damalige Geliebte Velvet verlassen. Nun steht er plötzlich mit mehreren Koffern und Taschen vor ihrer Tür. Sie hat mit dieser Episode ihres Lebens längst abgeschlossen. Dennoch öffnet sie Tür und lässt ihn in ihr Haus. Damit beginnt ein so seltsames wie verstörendes Katz-und-Maus-Spiel, ein Kampf der Geschlechter, der mit Worten ausgetragen wird, aber jederzeit auch in physische Gewalt münden kann. Mit »Some Velvet Morning« hat Neil LeBute ein klassisches, an einige Stücke von August Strindberg erinnerndes Kammerspiel geschaffen, in dem der Druck von Wortwechsel zu Wortwechsel mehr und mehr steigt, bis eine Explosion unvermeidlich erscheint. Dabei geht von dem Alice Eves und Stanley Tuccis intensivem Spiel ein unwiderstehlicher Sog aus. In jedem ihrer Dialoge schwingt so viel Unausgesprochenes und Angedeutetes mit, dass einem schwindelig werden kann. Sie ziehen einen immer tiefer in ihre offensichtlich ungesunde und unterschwellig von Hass und Verachtung erfüllte Beziehung hinein, bis sich alles in einer bizarren Schlusswendung auflöst. Doch gerade dieses vermeintliche happy ending wirft Fragen auf, die einen nicht mehr loslassen.