PM04 2026
Filmfest Oldenburg eröffnet mit der Weltpremiere von Mi Steinbachs »Strange Neighbors«
Filmfest Oldenburg eröffnet mit der Weltpremiere von Mi Steinbachs »Strange Neighbors«
Am 16. September eröffnet das Internationale Filmfest Oldenburg erstmals in seiner Geschichte mit einem Dokumentarfilm, Mi Steinbachs Debüt »Strange Neighbors«, einem Film ganz ohne Worte über die ungewöhnliche Nachbarschaft von Wildnis und Industrie auf einer winzigen Elbinsel.
Schwarztonnensand ist keine natürlich gewachsene Insel: Sie entstand Ende der 1960er Jahre als Nebenprodukt der Elbvertiefung, mit der die Fahrrinne für immer größere Frachtschiffe auf dem Weg zum Hamburger Hafen ausgebaut wurde. Kaum dreieinhalb Kilometer lang, liegt die kleine Insel bis heute mitten im Elbfahrwasser.
Im Schatten der vorbeiziehenden Frachtschiffe hat sich ein eigenständiges Ökosystem etabliert: Seeadler, Gänse und Rehe haben die künstlich aufgeschüttete Fläche als Lebensraum angenommen, nur wenige hundert Meter von den Maschinen der Industrie entfernt, die den Fluss bis heute prägen.
Für ihren Debütfilm hat Mi Steinbach über den Zeitraum von mehreren Jahren die Insel mit ihrer Kamera erkundet. Der Film verzichtet vollständig auf Kommentar und Dialog und setzt stattdessen auf Bild und Klang, komponiert von Robert Nacken und geschnitten von Bernhard Reddig. Wie Godfrey Reggios »Koyaanisqatsi« oder Nikolaus Geyrhalters »Homo Sapiens« erzählt »Strange Neighbors« ohne Worte von Natur und Zivilisation.
„Auf der Insel entdeckte ich die Lust wieder, den verborgenen Mustern der Welt nachzuspüren, dem Verhältnis zwischen der Natur, aus der wir kommen, und der technologischen Welt, die wir geschaffen haben“, beschreibt Mi Steinbach die Ausgangslage ihres Films.
Mi Steinbach, geboren 1987, kommt über die Physik und den experimentellen Kurzfilm zum Kino. »Strange Neighbors« ist ihr Spielfilmdebüt. Gefördert wurde der Film von der Film- und Medienstiftung NRW.
Mi Steinbach wird in Oldenburg zu Gast sein und ihren Film vorstellen.
Zum Film
»Strange Neighbors« (Deutschland 2026)
Regie & Kamera: Mi Steinbach
Produktion: Earth Cut Filmproduktion
Schnitt: Bernhard Reddig
Musik & Sounddesign: Robert Nacken
Förderung: Film- und Medienstiftung NRW
Laufzeit: 80 Minuten