Die Zeit der Unschuld für diesen Klassiker des Martial Arts Kinos endete am 10. August 1977. Als John Landis' geniale Persiflage »Kentucky Fried Movie« in die Kinos kam, hat die Episode »Für eine Handvoll Yen« den Film derart treffsicher auf den Arm genommen, dass sich seitherOriginal und Parodie in unserer Errinnerung fatal vermischen. Zeit also, das Original zu entstauben und den james Bond der Shaolin zu begleiten, wie er die Welt vor dem Erzschurken hand rettet, dessen handprothese mit diversen tödlichen Aufsätzen die Gadgets eines Bond wie Kinderspielzeug aussehen lässt. Lees Antwort auf die brachiale Kampfkraft eines gegenspielers: »Wenn der Gegner sich ausdehnt, ziehe ich mich zusammen. Wenn er sich zusammenzieht, dehne ich mich aus. Und wenn es eine Gelegenheit gibt, dann schlage ich nicht zu«, er zeigt auf seine Faust, »sie tut es ganz von selbst«. Nie war der Kampf zwischen Gut und Böse, Philosophie und Zerstörungswut archaischer - wer braucht da noch eine Parodie?

 

Mi., 5.9. – 21:00 Uhr

Polyester, am Stadtmuseum 15

 

Robert Clouse

Mit seinen ersten zwei Kurzfilmen wurde er jeweils für den Oscar nominiert. Den Durchbruch als Regisseur von großen Dramen schaffte er nicht. Und obwohl man ihm nachsagte, ungern mit Kampfsportlern zu arbeiten, war er anch dem Riesenerfolg von »Enter the Dragon« dazu verdammt, diesem genre bis zum Ende seiner Karriere zu dienen. Weitere Oscarnominierungen blieben aus.