In John Fords Klassiker »The Man who Shot Liberty Valence« sagt Carleton Young einen der berühmtesten Sätze der Filmgeschichte: »Wenn die Legende zur Wahrheit wird, druck die Legende«. Trotzdem ist der ewige Nebendarsteller Young ein Nobody geblieben. Sergio Leone hat diesen wahren Niemand auf die Leinwand versetzt und den schönsten Abgesang auf den alten Western geschaffen. Eine Hommage an große Vorbilder von Ford über Welles bis hin zum Meister im Hintergrund selbst, Sergio Leone. Was Tarantino bis heute nicht verstanden hat, wusste Leone längst. Wenn man beginnt, sich selbst zu zitieren, sollte man tunlichst vermeiden, die Selbsterkenntnis auszublenden. Leones Versicherung dagegen hieß Tonino Valerii. Sein ehemaliger Regieassistent musste als Pappkamerad herhalten, hinter dem sich Leone als selbstverliebter Regisseur austoben durfte. Wenn die Legende nicht zur Wahrheit werden will, film die Legende.

»Mr. Hill is surprisingly effective and sometimes very funny, in a role that is an impossible mixture of Puck, Shane and conventional Ryan O‘Neal.«

The New York Times

 

Di., 27.08. - 21:00 Uhr

Kulturlounge Seelig in den Schlosshöfen | Eintritt frei

 

Tonino Valerii

Valeriis Karriere bleibt eine tragikomische Fuß note der Filmgeschichte. Der einzige große Film in seiner Laufbahn als Regisseur war der, in dem Leone ihn zum »Nobody« degradierte. Am Set gegängelt, bevormundet und teils komplett beurlaubt, schuf er die Westernparodie für die Ewigkeit als Marionette seines einstigen Mentors. Nach dem Dreh sollen beide nie wieder ein Wort miteinander gewechselt haben.