Liebe Filmfreunde, was interessiert uns unser Geschwätz von gestern. Der alljährige Aufruf zur Rettung der Welt war doch immer nur ein Vorwand, um punktgenau zum 25. Jubiläum die Katze aus dem Sack zu lassen. Es geht um die Weltherrschaft, und um das gleich klarzustellen, damit stehen wir bei weitem nicht alleine da - schon James Bond in »Dr. No« hat das süffisant auf den Punkt gebracht: »The Same Old Dream«.

Das Streben nach der Weltherrschaft ist eine menschliche Regung so alt wie die Erkenntnis, dass es eine Welt gibt, ob nun kugelförmig oder eine Scheibe. Also feiern wir in diesem Jahr diejenigen, die genau wie wir einfach nur frei von Selbstzweifeln sind und ihren Ambitionen freien Lauf lassen. Die Erzschurken des Kinos, im Grunde charmante Kerle, gebildet, elegant und voller Leidenschaft für sich selbst, deren einziger Makel darinbesteht, etwas für sich zu beanspruchen, dass andere schon in ihrem Verantwortungsbereich sehen. Seit es den Kapitalismus als vorgegaukelte Idealform von Demokratie und Freiheit gibt, sind uns von den weltumspannenden Corporations hunderte Claims von »The Sky is the Limit« bis hin zu »The World is Yours« indokriniert worden, mit denen uns die Weltherrschaft als Freiheit suggeriert wird.

Dr. No, Blofeld oder Han, die Erzschurken dieser Welt werden nicht verfolgt aufgrund einer verbrechens, sie stellen die Grundordnung in Frage, sie versuchen sich aus den Regeln und Restriktionen zu lösen, die diejenigen aufgestellt haben, die wirklich an der Weltherrschaft arbeiten. Nur das macht sie gefährlich und darum müssen sie ausgeschaltet werden. »The same old Dream« wird von anderen geträumt - und Bond steht auf deren Seite.

Also los Oldenburg, the world is yours - auf ins Kino der Maßlosigkeit, lasst uns mit den Verstoßenen der gesellschaft fiebern und von ihren ideen zur Umsetzung ihrer Ambitionen inspirieren. Lasst uns »The Same Old Dream« aus den Klauen der Weltmächte entreißen.