Annas Mutter

GER 1984
Regisseur : Burkhard Driest
Darsteller : Gudrun Landgrebe, Rolf Zacher, Verena Corinna

93 Min. | OV

Tribute

Das nicht ganz so idyllische Landleben der Marianne in Driests Drama geht in die Brüche, sie versucht sich als Kneipenwirtin, um ihrem unruhigen Leben Halt zu geben. Als ihre siebenjährige Tochter Anna verschwindet und von einem Triebtäter ermordet wird, wird jedoch jede Sinnsuche schlagartig zwecklos. Der Täter ist schnell überführt und vor Gericht gebracht. Aber es ist nicht der Richter, der über ihn urteilt. Sie schmuggelt einen Revolver in den Gerichtssaal und feuert sieben Schüsse ab. Driest verfilmt in seiner einzigen Regiearbeit die wahre Geschichte der Marianne Bachmeier, die 1981 den Mörder ihrer Tochter im Gerichtssaal erschoss. Mit Gudrun Landgrebe fand er die perfekte Besetzung für die lebenshungrige, attraktive Marianne und ihre Story, die Anfang der 80er die Republik in Atem gehalten hat und das hässliche Antlitz der Sensationspresse zum Glühen brachte. Eine schöne Frau, ein ermordetes Kind, Selbstjustiz, Enthüllungen – und die schmerzliche Erkenntnis für jede Demokratie, die Definition von Moral muss die Entscheidung des Individuums bleiben. Ohne eine Deutungshoheit zu beanspruchen, überlässt Driest dem Zuschauer, den Blick unter diese Oberfläche zu wagen und trifft so den Kern der Geschichte, den Menschen.