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Preisträger des 25. Internationalen Filmfest Oldenburg und Abschlussbilanz

Preisverleihung der German Independence Awards, Closing Night Gala mit Abschlussfilm »Frühes Versprechen« von Eric Barbier

Die 25. Ausgabe begann gleich mit mehreren Premieren: Am Mittwoch fand die Opening Gala zum ersten Mal in der Kongresshalle statt. Mit der Europapremiere von Sarik Andreasyans »Unforgiven« eröffnete zudem der erste nichtdeutsche Eröffnungsfilm das Festival. Auf dem Red Carpet sorgten zahlreiche Stargäste und hunderte Fans für einen gelungenen Auftakt.

Nicht Blockbuster- und Mainstreamproduktionen, sondern ambitionierte und risikofreudige Independentfilme machten das als »deutsches Sundance« gepriesene Internationale Filmfest Oldenburg auch in diesem Jahr wieder zu einem kreativen und lebendigen Ort für alle anwesenden Filmschaffenden. Mit Isabella Eklöfs eiskaltem Debüt »Holiday« feierte eines der am meisten gelobten Regiedebüts des Jahres seine Deutschlandpremiere in Oldenburg.  Viele Welt- und Internationale Premieren, darunter auch »King of Beasts«  von Tomer Almagor, der noch nie gesehene Einblicke in die Welt der Großwildjagd gewährt, machten das Festival für fünf Tage wieder zum Zentrum für junges, aufstrebendes Kino.

Das Internationale Filmfest Oldenburg ehrte in diesem Jahr Oscarpreisträger Keith Carradine mit einem Tribute. Mit Carradine war einen großen Charakterdarsteller zu Gast, der seit den frühen 70ern in Kino- und zuletzt auch TV-Rollen fasziniert. In Oldenburg feierte außerdem Alan Rudolphs neuer Film »Ray meets Helen« Europapremiere, in dem Carradine eine der beiden Hauptrollen übernahm. Bruce Robinson, dem die diesjährige Retrospektive galt, gehört zu den eigenwilligsten Regisseuren und Autoren der letzten 30 Jahre. Nachdem Paramount seinen Film »Jennifer 8« gegen seinen Willen veränderte, kehrte Robinson der Branche den Rücken und konzentrierte sich auf seine Leidenschaft, das Schreiben. Erst mit Johnny Depp und »The Rum Diary« fand Robinson seinen Weg zurück zum Film.

Beiden Ehrengästen, Keith Carradine und Bruce Robinson, wurde bei der Filmfest-Gala des Festivals im Oldenburger Staatstheater der German Independence Honorary Award verliehen.

Für viel Wirbel sorgte auch die Vergabe des 13. Sterns auf dem OLB-Walk of Fame. Oscarpreisträger Keith Carradine enthüllte voller Stolz bei stahlenden Sonnenschein seinen Stern und erfüllte im Anschluss jeden Autogrammwunsch.

Mit insgesamt über 15.500 Zuschauern in den Festivalkinos, der Kongresshalle der Weser Ems Hallen, dem Oldenburgischen Staatstheater und in den weltweit einzigartigen JVA Vorführungen, wo Gäste und Insassen gemeinsam Kino erleben können, ist auch in diesem Jahr ein starkes Interesse und Zuwachs am Internationalen Filmfest Oldenburg zu verzeichnen. Ein vielfältiges und künstlerisch lebendiges Festival ging am Sonntag mit der Closing Night Gala, dem Abschlussfilm »Frühes Versprechen« von Eric Barbier und der Bekanntgabe der Preisträger feierlich zu Ende.

 

Die Kurzfilmjury, bestehend aus den Schauspieler Neda Rahmanian und Tim Haars, sowie der Produzentin Dagmar Jacobsen, vergab den German Independence Award für den besten Kurzfilm an „Fauve“ von Jeremy Comte.

 

In diesem Jahr gab es viele beeindruckende Leistungen von männlichen und weiblichen Schauspielern, vor allem aber war es ein Jahr mit herausragenden Auftritten von Frauen - von Marisa Tomei über Emily Mortimer, Elle Fanning, Molly Ringwald, Sienna Miller bis hin zu Doro Müggler, um nur einige zu nennen. Der Seymour Cassel Award für eine herausragende darstellerische Leistung“ wurde in diesem Jahr an zwei Darstellerinnen verliehen.

Der Seymour Cassel Award 2018 ging an Victoria Carmen Sonne für die Hauptrolle in „Holiday“ sowie an Gabriela Ramos für "Is that you?".

Der Hauptpreis, der German Independence Award für den besten Film in der Independent-Reihe des Filmfests ging an „Temporary Difficulties“ von Mikhail Raskhodnikov. Dieses Jahr wird der „German Independence Award - Best Film“ erneut vom langjährigen Hauptsponsor des Festivals, der Oldenburgischen Landesbank, vergeben und dotiert. Außerdem erhält der Gewinner als zusätzliches Sponsoring von Alias Film & Sprachtransfer GmbH eine Untertitelung.

Zu den Gästen des diesjährigen Festivals gehörten neben Bruce Robinson (Retrospektive) und Keith Carradine (Tribute), Philippe Mora, Michael Wadleigh, Deborah Kara Unger, RP Kahl, Molly Ringwald (All These Small Moments), Sabine Timoteo und Doro Müggler (Don’t tell me you can’t sing).

Der 25. Jahrgang des Internationalen Filmfest Oldenburg war ein rauschendes Filmfest und ein voller Erfolg. 

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