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Dänisches Happy End für die Closing Night Gala im Staatstheater/ Das Programm ist komplett


Das finale Programm steht fest. Die Deutschlandpremiere von Hella Joofs »Happy Ending« bildet den Schlussakkord des diesjährigen Internationalen Filmfest Oldenburg.


Closing Night – mit Happy End

Helle hat den Ruhestand ihres Mannes Peter lange herbeigesehnt. Sie will endlich die Zeit mit ihm genießen, gemeinsam allein sein, die Welt bereisen, leben. Davor war nie Zeit dafür. Doch Peter sieht das anders: Im Alleingang investierte der 70-Jährige die gesamten gemeinsamen Ersparnisse in ein Weingut. Ein Streit bricht aus und Peter fordert die Scheidung. In den Siebzigern und wieder Single – ein Schweben zwischen gewonnener Freiheit und der Angst vor der Einsamkeit, dem Hängen am Gemeinsamen. Und während Hella noch an den gemeinsamen Ruhestand glaubt, rast Peter unmittelbar in eine Late-Life-Crises.
Regisseurin Hella Joof greift hier gekonnt den Wandel der Gesellschaft auf und stellt klar, dass erfüllendes Alt werden auch in einer Welt möglich ist, in der die angebliche jugendliche Frische als Ideal gilt. In Oldenburg wird der Film »Happy Ending« im Rahmen der Closing Night Gala seine Deutschlandpremiere feiern. Der Kinostart ist für November 2019 angesetzt. (Deutscher Verleih: Camino Film)
Closing Night, Sonntag, 15. September, 19 Uhr, Oldenburgisches Staatstheater: Happy Ending, Dänemark 2018, von Hella Joof

 

Doku-Tripple: Filme von Filmschaffenden über Filmschaffende
Ganz im Zeichen des Independent Kinos hat das Internationale Filmfest Oldenburg dieses Jahr eine Doku-Reihe der Realität des Filmemachens gewidmet. Dokumentationen, die ihre Deutschland- und Europapremieren in Oldenburg feiern werden: über den niederländischen Provokateur Paul Verhoeven, den ungarischen Hollywood-Regisseur Peter Medak und den amerikanischen B-Movie-Pionier Al Adamson.


You Don’t Nomi, USA 2019, von Jeffrey McHale
Ein befreiender Blick auf einen Absturz aus größter Höhe und eine wundersame Widerbelebung. »You don’t Nomi« erzählt die Geschichte von Paul Verhoevens Jahrhundertflop »Showgirls« und wie aus einem der größten filmischen Desaster ein kulturelles Phänomen des Queer Cinema wurde.
EUROPAPREMIERE


The Ghost of Peter Sellers, CYP 2018, von Peter Medak
Besoffene Kapitäne, versenkte Schiffe und ein launiger Superstar, der permanent das Drehbuch umschreiben will, sich mich Kollegen anlegt und einen Herzinfarkt vortäuscht. Der schönste Film über den Wahnsinn des Filmemachens und eine Liebeserklärung an Peter Sellers, diesen genialen, tragischen Helden und Komödianten – Katharsis und Hommage zugleich. DEUTSCHLANDPREMIERE


Blood & Flesh: The Reel Life & Ghastly Death of Al Adamson, USA 2019, von David Gregory
Sogar hartgesottene Trash-Horror-Fans werden mit dem Namen Al Adamson nicht viel anzufangen wissen. Obwohl er etliche Beiträge zur kalifornischen B-Movie Szene der 70er leistete, erhielt er bis dato nie den Respekt und das Ansehen, den vergleichbare Kultregisseure wie Roger Corman oder Ed Wood genießen. Eine wunderbare Ehrerweisung für den kaum beachteten Al Adamson. DEUTSCHLANDPREMIERE


Weitere Programmhighlights
Was wir wussten – Risiko Pille, Deutschland 2019, von Isabel Prahl

Ein revolutionärer Durchbruch der Pharmaindustrie ist endlich da: Bellacara. Die Anti-Baby-Pille der vierten Generation wird durch das Influencermarketing der Social Media Stars Maja und Mimi zu einem Lifestyleprodukt. Gesellschaftssatire, Medienkritik und ein Kampagne wie aus den Siebzigern: Pickel, Busen und erster Sex als Tarnung für Millionengeschäfte mit unserer Gesundheit. Nach »1000 Arten Regen zu beschreiben« der zweite Spielfilm von Isabel Prahl. WELTPREMIERE

 

The Steed, Mongolei 2019, von Erdenebileg Ganbold
In der Mongolei, irgendwo dort draußen in den unendlichen Weiten der Wüste Gobi, ist ein Pferd der größte Stolz eines Jungen. Sein Freund. Sein Gefährte. Sein Ein und Alles. Doch in den Wirren des Ersten Weltkriegs trennen sich die Wege der beiden. Erdenebileg Ganbold beschwört mit atemberaubenden Naturaufnahmen erneut die Magie des klassischen Abenteuerkinos. WELTPREMIERE


The Gasoline Thieves, Mexiko 2019, von Edgar Nito
Der Mexikaner Lalo ist noch viel zu jung um seine Kindheit hinter sich zu lassen. Doch er muss erwachsen werden. Ohne lange nachzudenken, tauscht er Kindheit gegen Pesos. In seinem Spielfilmdebüt verfolgt Regisseur Edgar Nito den Weg eines unschuldigen Jungen in die Illegalität und erhielt dafür beim Tribeca Film Festival den New Director Award. EUROPAPREMIERE


Lillian, Österreich 2019, von Andreas Horvath
Lillian ist illegal in New York gestrandet und begibt sich zu Fuß quer durch den Kontinent, um ihre Heimat Russland zu erreichen. Schritt für Schritt durch ein Amerika jenseits blinkender Großstädte, erzählt der Film in unvergesslichen Bildern die Chronik eines Verschwindens. DEUTSCHLANDPREMIERE


Sons of Denmark, Dänemark 2019, von Ulaa Salim
Ein Rechtsruck geht durchs Land, mittendrin Zakaria und Ali. Beide junge Immigranten. Beide können die Entwicklung nicht hinnehmen, wollen tätig werden. In ihrer Verbitterung schließen sie sich einer extremistischen Gruppierung an und akzeptieren das leere Versprechen, dass Radikalität nur mit Radikalität bekämpft werden kann.


Swallow, USA 2019, von Carlo Mirabella-Davis
In der maskulinen Welt von Macht und Erfolg, kommt sie mit der Rolle der perfekten Hausfrau im goldenen Käfig nicht klar. »Swallow« folgt einer unterdrückten Ehefrau namens Hunter, die insgeheim Objekte verschluckt, um ihrem kontrollsüchtigen Ehemann zu entgehen. Sie entwickelt eine Essstörung namens »Pica«, mit der sie Kontrolle über ihren Körper zurückerlangen will. Dieser mutige, exquisite Film wurde bei seiner Weltpremiere in Tribeca mit Preisen überschüttet.  
DEUTSCHLANDPREMIERE


The Science of Fictions, Indien 2019, von Yosep Anggi Noen
Siman stößt im Wald auf einen geheimen Filmdreh. Die vorgetäuschte Mondlandung wird vor den Kameras inszeniert und Zeugen sind unerwünscht. Er wird gezwungen, sich die Zunge abzubeissen, um seiner Verschwiegenheit gewiss zu sein. Traumatisiert baut er in seinem Garten eine Rakete nach und beginnt sich zu bewegen wie ein schwereloser Astronaut auf dem Mond. Der indonesische Shooting Stars Yosep Anggi Noen erhielt in Locarno eine besondere Erwähnung der Jury. DEUTSCHLANDPREMIERE

Das Programm ist komplett und ab heute online auf unserer Homepage einsehbar.

 

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