Bella Thorne feiert Weltpremiere in Oldenburg / Zwei neue Awards für unabhängiges Kino / Premiere des Filmfest-Trailers

Schauspielerin, Model und Sängerin Bella Thorne wird zur Weltpremiere ihres Films nach Oldenburg kommen. Zum Auftakt des 26. Internationalen Filmfests werden zwei neue Preise angekündigt, die Independent Produktionen fördern sollen.

 

Bella Thorne’s Weltpremiere

Mit sechs Jahren spielte Bella Thorne erstmals in einem Spielfilm mit. Heute hat die 21jährige US-Amerikanerin in zahlreichen Produktionen mitgewirkt, ist als Model und Sängerin bekannt und ein weltweites Social-Media-Phänomen. Mit der Weltpremiere ihres tabubrechenden Kurzfilms »Her & Him« wird sie Oldenburg einen Besuch abstatten.

 

Zwei neue Preise

Wie in jedem Jahr wird der German Independence Award verliehen, der den besten Feature-Film (gestiftet durch den Hauptsponsor OLB) und den besten Short-Film auszeichnet sowie durch den Seymour Cassel Award die besten schauspielerischen Leitungen ehrt. Zur diesjährig Ausgabe des Filmfests werden zwei neue Preise für das junge Independent Kino verliehen.

 

…für Durchstarter
„Auffällig bei den über tausend Einreichungen in diesem Jahr war die Anzahl wirklich hochwertiger und innovativer Erstlingswerke aus aller Welt“, so Torsten Neumann (Leiter). Der Oldenburger Unternehmer Christian Heck segelt seit knapp zwei Jahren unter dem Segel seines norddeutschen Premium Gins Luv&Lee. „Gerade als ambitionierte, lokal arbeitende und international ausgezeichnete Marke passt Luv&Lee zum Filmfest. Als junges Unternehmen ist es mir eine Herzensangelegenheit, ebenso junge Filmemacher zu unterstützen“, so Heck. Der Preis für den besten Debütfilm ist mit 3.000,00 Euro dotiert, die Nominierungen erfolgen reihenübergreifend.

 

…für Wagemutige
Gemeinsam mit der dem Filmfest nahestehenden Kultkneipe Marvins und der Berliner Firma „alias film und sprachtransfer“ wird der zweite neue Preis für Wagemut und Kühnheit verliehen: Der neu vergebene Audacity Award kürt innerhalb der Midnite Xpress-Reihe Filme, die Pionierarbeit leisten – indem sie herkömmliche Genres und Narrationsmuster bezwingen, vermengen und neu bespielen. Den Preisträgern sollen sich neue attraktive Türen öffnen, deshalb übernimmt „alias“ eine fremdsprachige Untertitelung des Films nach Wunsch.

 

Der Filmfest-Trailer erinnert an einen Gangsterklassiker

Der Filmfest-Trailer, mit dem das Festival eine Hommage an Jean-Pierre Melvilles Gangsterklassiker »Der Eiskalte Engel« (»Le Samourai«) umgesetzt hat, startet ab dem 15. August bundesweit in den deutschen Kinos – auf über hundert Leinwänden. Wie in den vergangenen Jahren entstand der Trailer mit Unterstützung der Berliner Synchron, TrickWilk und Kinematograph 24/7. Als Associate Producer fungierte zudem der Oldenburger Amon Thein mit seiner Schwarzseher Filmproduktion. Den Filmfest-Trailer 2019 finden Sie hier.

 

Erste Programmhighlights

CUCK, USA 2019, von Rob Lambert
In Lamberts Debütfilm wird die kollektive Wut der isolierten, entrechteten Einzelgänger, denen ein paranoides und zerrissenes Amerika der Trump Ära ihren Nährboden bereitet, durch den einfühlsamen Protagonisten Ronnie verkörpert (mit einer bemerkenswerten Leistung von Zachary Ray Sherman, der 20 Kilogramm für die Rolle eines frustrierten Arbeitslosen zunahm). In der Einöde von Van Nuys, unter dem Dach seiner besitzergreifenden Mutter (gespielt von der Oscar nominierte Sally Kirkland) lebend, sucht Ronnie einen Ausweg aus seiner anonymen Existenz – als rechtsextremer Blogger auf Youtube. Vom verlorenen Jungen zum einsamen Amokschützen – „Make America Great Again" könnte nicht schwärzer und nicht aktueller sein. INTERNATIONALE PREMIERE

 

Jesus shows you the way to the Highway, Estland/ Äthiopien 2019, von Miguel Llanso
Nach seinem gefeierten Debüt »Crumbs« (2015) legt Miguel Llanso erneut einen surrealer Mindfuck-Thriller vor, der von der Kritik als »Matrix on Acid« beschrieben wurde. Die Handlung: Die CIA-Ermittler Palmer und Gagano (mit Masken von Robert Redford und Richard Pryor getarnt) sind mit der Aufgabe betraut, einen gefährlichen Computervirus namens „Sowjetunion“ zu zerstören. Mittels Virtual Reality gelangen sie in das System – doch die Mission stellt sich als eine Falle heraus: Der Virus ist wesentlich komplexer als zuvor erwartet und steht in direkter Verbindung zu dunkelsten Sphäre der Macht. Ein verrückter, unerschrockener Cocktail aus B-Movie und surrealem Kino, ein ultimatives Vergnügen für Genießer des Absurden, das unerschrocken tradierten Genrekonventionen trotz und seinem Macher Kultstatus verleiht. DEUTSCHLANDPREMIERE

 

Mothers‘ Instinct, Belgien 2018, von Oliver Masset-Depasse
Der Psychothriller ist eine Adaption des Romans »Derrière la haine« (Behind the Hatred) der belgischen Bestsellerautorin Barbara Abel. Alice und Céline leben in den 60er Jahren in einer heilen bürgerlichen Welt: Sie sind Nachbarn, beste Freundinnen und Mütter. Das ändert sich, als Celines Sohn Maxime aus dem Fenster seines Kinderzimmers stürzt und stirbt. Obwohl Alice, die das Geschehen beobachtete, Maxime nicht retten konnte, bringt diese Tragödie die Nachbarschaftsidylle komplett aus der Balance. Misstrauen und Neid bestimmen Celines Denken und blind vor Schmerz ist ihr Alices Sohn Theo von nun an ein Dorn im Auge. Wie einen guten Hitchcock Thriller entfaltet Olivier Masset-Depasse seine elegante, toxische Story. Inzwischen hat sich Hollywood die Remake-Rechte gesichert, indem sich niemand Geringeres als Jessica Chastain und Anne Hathaway dieses teuflische Duell zweier Freundinnen erneut liefern werden. DEUTSCHLANDPREMIERE

 

Magnetick Pathways, Portugal 2019, von Edgar Pêra
Edgar Pera ist der unbekannte Meister des portugiesischen Kinos. Mit »Magnetick Pathways«
gelingt ihm ein großer Wurf des psychedelischen Kinos, in dem er den wunderbaren französischen Charakterdarsteller Dominique Pinon auf eine 24-stündige Reise durch eine entmenschlichte, autoritäre Welt schickt. Seine 21-jährige Tochter heiratet einen aalglatten, machthungrigen älteren Mann und nur er scheint hinter der sorglosen Jubelfassade das Unglück seiner Tochter vorherzusehen. Eine Tour de Force für Pinon und eine Inszenierung, die zwischen Avantgarde und großem Drama in atemberaubenden Bildkompositionen überwältigt. DEUTSCHLANDPREMIERE

 

MOOP, USA 2019, von Arin Crumley
Die surreale, bewusstseinserweiternde Kulisse eines einwöchigen Kunstfestivals in der Wüste liefert den Background für Arin Crumleys zweiten Spielfilm. »MOOP« (Abkürzung für „Matters out of Place“) ist eine Explosion von Bildern und Ideen in einer atemberaubenden Wüstenlandschaft. Der Film vereint dokumentarisches mit Erzählung, das Authentische mit dem Absurden und kreiert ein einmaliges Erlebnis, das Fragen aufwirft: Was ist Liebe? Was ist real? Und wo zur Hölle ist das Dixiklo? Crumley hat 10 Jahre an diesem Film gearbeitet, mit dem er seine Zuschauer jetzt so authentisch wie noch nie zuvor in die Magie des „Burning Man“ Festivals eintauchen lässt. WELTPREMIERE

 

Flucht durchs Höllental, Deutschland 2019, von Marcus O. Rosenmüller
Ein deutscher Abenteuerfilm, ein Bergdrama, ein atemloser Thriller. Hans Sigl spielt den Anwalt Berg, der unversehens in eine Geschichte rutscht, die Beruf und Privatleben gefährlich ineinander verquickt. Seine Tochter wird entführt, ein Klient taucht unter und ein geplantes Wochenende in den Bergen mit dem vernachlässigten Kind wird zu einer Verfolgungsjagd ins Höllental, bei der bald nicht mehr klar ist, wer auf der richtigen und wer auf der falschen Seite steht. Mit Marleen Lohse und Christian Redl bis in die Nebenrollen hochkarätig besetzt, kann Hans Sigl zeigen, dass er sich auch meilenweit von der heilen Welt seiner Paraderolle des Bergdoktors prächtig präsentieren kann. VORPREMIERE

 

Wir wären andere Menschen, Deutschland 2019, von Jan Bonny

Mit »Wintermärchen« hat Jan Bonny im vergangenen Jahr bewiesen, dass er einer der spannendsten deutschen Filmemacher ist. Sein Blick auf den Rand der Gesellschaft und seine innerlich zerrissenen Figuren machen Bonnys Kino ebenso unbequem wie faszinierend. Mit »Wir wären andere Menschen« erzählt er die Geschichte von Rupert Seidlein, der als 15-Jähriger mit ansehen musste, wie seine Eltern und sein bester Freund von zwei Polizisten erschossen wurden. Die Beamten erhielten einen Freispruch. 30 Jahre später kehrt er mit seiner Frau in seinen Heimatort zurück. Die Grenzen zwischen Erlösung, Versöhnung und der unstillbaren Sehnsucht nach Rache geraten ins Wanken. VORPREMIERE

 

IN FULL BLOOM, USA 2019, von Adam Villasenor & Reza Ghassemi
Die Schauspieler Tyler Wood und Yusuke Ogasawara spielen in »In Full Bloom« zwei Männer in der politisch angespannten Nachkriegszeit auf einer Reise zu sich selbst. Wood charakterisiert Clint Sullivan, einen heruntergekommenen Boxer aus den USA, der in einem fragwürdigen Kampf gegen den japanischen Boxchampion (Ogasawara) antreten soll. Der Zuschauer folgt den beiden Männern auf ihrem eigenen, innerlichen Kampf: physisch, mental, emotional und spirituell. WELTPREMIERE

 

CAT STICKS, USA 2019, von Ronny Sen
In »Cat Sticks« verarbeitet Ronny Sen ein Thema, das während seines Aufwachsens in Kalkutta allgegenwärtig war: Er verlor Freunde und Bekannte an die süchtig machende Droge Brown Sugar. Die Schauspieler Tanmay Dhanania, Sumeet Thakur, Joyraj Bhattacharya verkörpern eine Gruppe von Drogenabhängigen, die in einer regnerischen Nacht in Kalkutta auf der Suche nach dem permanenten Rausch sind. »Cat Sticks« feierte seine Premiere im Januar 2019 auf dem Slamdance Film Festival. EUROPAPREMIERE

 

Tito, Kanada 2019, von Grace Glowicki
Die beim Sundance Festival mit einem Jurypreis ausgezeichnete kanadische Darstellerin Grace Glawocki spielt in ihrem Regiedebüt »Tito« einen jungen, verängstigten Mann, dessen Angstvisionen ihm ein normales Leben komplett verbauen. Wie einst Catherine Deneuve in Polanskis »Ekel« kann Tito nicht aus seiner selbst erbauten Falle ausbrechen, er ist wie gelähmt vor Angst, sobald er sich aus seinen vier Wänden herausbegibt. Als Titos Nachbar wie ein unerwünschter Eindringling in sein Leben tritt, kommt so etwas wie Hoffnung auf normale soziale Beziehungen auf. Aber der Weg zurück ins Leben ist steinig. Glawocki erzählt mit viel Rafinesse eine Geschichte um sexuelle Gewalt und Traumata und die Entscheidung, ihre Hauptfigur zu einem Mann zu machen, erweist sich als ebenso kühner wie kluger Schachzug. INTERNATIONALE PREMIERE

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