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PM 7: Die Retrospektive des 20. Internationalen Filmfest Oldenburg ist der Iranischen Filmemacherin und Künstlerin Mania Akbari gewidmet

27.08.13

Zum ersten Mal überhaupt werden die Filme und Videoinstallationen dieser international preisgekrönten Filmemacherin in Deutschland gezeigt.

Mania Akbari hat sich nie von ihrem Weg abbringen lassen - weder durch ihre Brustkrebserkrankung, noch von den ständigen Repressionen in ihrer Heimat oder den Verhaftungen ihrer Crewmitglieder bei ihrem letzten Film „From Teheran to London“. Ursprünglich lautete der Titel „Women Do Not Have Breasts“, doch während der Dreharbeiten, bei denen sie selbst in der Hauptrolle vor der Kamera stand, musste sie ins Exil nach London fliehen. So thematisiert der Film nicht nur den gesellschaftlichen Umgang mit Brustkrebs im Iran und ihre eigene Erkrankung, sondern auch ihre Flucht vor einem Regime, das versucht, jedes Aufbegehren im Keim zu ersticken.  

Akbari kam 1974 in Teheran zur Welt und beginnt noch als Teenager ihre künstlerische Laufbahn als Malerin. Es bleibt nicht bei nationalen und internationalen Ausstellungserfolgen ihrer Gemälde. Mit Ende zwanzig spielt sie die Hauptrolle als Taxifahrerin in dem beeindruckenden Improvisations-Meisterwerk „Zehn“ des iranischen Altmeisters Abbas Kiarostami.

Direkt im Anschluss wechselt  Akbari selbst hinter die Kamera und wird, wenn man so will wie in „Ten“, zur künstlerischen Chronistin des Lebens – mit ihr selbst immer wieder auf dem Fahrersitz. Nach ihrer Dokumentation „Kristall“, (2004) schreibt, spielt und inszeniert sie ihrem ersten Langfilm „20 Fingers“, der einen provokativen und kaum zensierten Blick auf den alltäglichen Umgang von Männern und Frauen im Iran wirft. In der Digital Cinema Sektion auf dem Filmfestival in Venedig wird ihr Debüt als bester Film gekürt und anschließend weltweit auf mehr als  40 Filmfestivals gefeiert.

Mit ihrem zweiten Spielfilm „10 + 4“ (2007) kann sie an diesen Erfolg anknüpfen. Wie der Titel andeutet, kann man den Film als eine Fortsetzung Abbas Kiarostamis „Zehn“ sehen, nur dass Akbari neben der Hauptrolle eben auch die Regie übernommen hat und die Idee Kiarostamis weiter führt. Auch hier thematisierte sie schon ihre Brustkrebserkrankung. „10 + 4“ wird mit dem Special Award beim Filmfest Nantes und dem Preis für den besten Film und die beste Regie beim Kerala Film Festival ausgezeichnet.

Zwischen diesen beiden Spielfilmmeisterwerken von Akbari, die sich in alltäglichen Situationen mit großen gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen, entwarf Akbari die sechsteilige Videoinstallationsreihe „Selbst“, „Repression“, „Sünde“, „Flucht“, „Angst“ und „Zerstörung“. Der unverhohlene politische Kontext erschließt sich schon in den Titeln dieses beeindruckenden künstlerischen Statements, in dem sie mit einer aufregenden Splitscreen-Ästhetik zur Mahnerin in einer unterdrückten Welt wird. Die Reihe war auf internationalen Festivals wie dem Locarno Film Festival sowie in verschiedenen  Museen, wie beispielsweise der Modern Tate Galerie zu sehen.

Nachdem sie sich ab 2007 auf die Fotografie konzentriert, greift sie 2010 wieder zur Filmkamera und dokumentiert in „30 Minutes To 6“ in rückblickenden Interviews die Hinrichtung des Jungen Behnoud Shojaee, der im Streit einen Freund tötete – und wie es das Gesetz im Iran will – durch die Entscheidung von dessen Mutter „für Vergeltung und nicht für Vergebung“ hingerichtet wurde.

Trotz der immer gefährlicheren Lage für Filmemacher im Iran, bleibt sich Akbari treu, und erzählt in ihrem dritten Spielfilm „One, Two, One“ mit großer Schärfe und Symbolkraft von einer durch einen Unfall entstellten Frau, die in verschiedenen Situationen auf die oberflächlichen, brutalen und feigen Männer in ihrem Leben trifft.
Ihr vierter Film „From Teheran to London“ (2012) markiert den Punkt, an dem das gefährliche Katz-und-Maus Spiel zu gefährlich wurde und nicht mehr ‚nur’ ihre künstlerische Freiheit zur Debatte stand. Ihrer Heimat bleibt Akbari aber auch im Exil treu und setzt sich mit ihr auch in ihren jüngsten Projekten
„My Country Men Have Breasts“ und "I slept with my mother, my father, my brother and my sister in a country called... Iran“ auseinander.

Das 20. Internationale Filmfest Oldenburg ehrt die außergewöhnliche Künstlerin Mania Akbari mit der Retrospektive ihrer beeindruckenden und mutigen Arbeiten und setzt damit im Jubiläumsjahrgang gleichzeitig ein Zeichen für künstlerische Unabhängigkeit. Mania Akbari wird auf dem Internationalen Filmfest Oldenburg zu Gast sein.


Retrospektive Mania Akbari
1. Ten (2002)     by Abbas Kiarostami – 91 min.
2. Crystal (2003) by Mania Akbari & Mahmood Ayden - 54 min. - Documentary
3. 20 Fingers (2004) by Mania Akbari - 72 min.
4. 10 + 4 (2007) by Mania Akbari - 78 min.
5. One.Two.One (2011) by Mania Akbari 79 min.
6. From Teheran To London (2012) by Mania Akbari – 45 min.


Die Pressemitteilung können Sie hier als PDF herunterladen.

Bildmaterial finden Sie auf unserer Homepage unter www.filmfest-oldenburg.de/presse/downloads/  
 
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen natürlich jederzeit gerne zur Verfügung!
 
Freundliche Grüße
 
Internationales Filmfest Oldenburg

Pressekontakt:         Tony – Die Agentur GbR
Oliver Bernau –         Oliver.Bernau@filmfest-oldenburg.de /  
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