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PM03: Fortwährende Kürzungsabsichten bedrohen Niedersachsens Festival-Landschaft

17.04.12

Die Landes­regie­rung in Hannover plant, die seit 2007 bestehende Förderung der Film- und audiovisuellen Medienwirtschaft aus Strukturfördermitteln der EU (EFRE-Gelder) einzustellen. Damit würde die Festivalförderung um über 25% reduziert. Die Mittel sollen ab 2014 wegfallen. Gegen diese geplante Mittelkürzung, die den wirtschaftlichen Fortbestand einzelner Festivals in Frage stellt, protestiert das niedersächsische Festivalnetzwerk.

In einer gemeinsamen Erklärung fordert das Netzwerk- dem neben dem Internationalen Filmfest Oldenburg auch die  internationalen Filmfestivals in Braunschweig, Emden und Hannover („up-and-coming“), das European Media Art Festival und das Unabhängige Filmfest in Osnabrück, das „Sehpferdchen“-Festival in Hannover und das Europäische Filmfestival in Göttingen angehören- die Landesregierung auf, den Verlust der Fördermittel auszugleichen und die Zuweisungen aus Landesmitteln an die nordmedia Fonds GmbH angemessen aufzustocken, um auf diesem Wege die Festivalförderung proportional anzupassen.

Das Internationale Filmfest Oldenburg ist vom Wegfall der EFRE-Förderung besonders betroffen, da die Ratsmehrheit von Bündnis 90/Die Grünen und SPD durch den Beschluss eines Hauhaltspaketes für das Jahr 2012 erst vor wenigen Wochen das Filmfest wieder an den Rand seiner Existenz gebracht hat.

Torsten Neumann, Leiter des Festivals, sieht diese Entwicklung mit Sorge: „Kultur ist ein öffentliches Gut. Besonders im Bereich der Filmkultur ist es wichtig, dass durch eine vielfältige Festivallandschaft der zunehmenden Kommerzialisierung und Gleichmacherei Einhalt geboten wird. Von daher ist es bestürzend zu sehen, wie kommunale Förderungen und jetzt auch die Landesmittel für Filmfestivals immer weiter zusammen gestrichen werden. Dabei geht völlig unter, dass es eigentlich schon ein kleiner Skandal war, dass die Landesmittel über Jahre hinweg nie angehoben wurden, was bei wachsenden Budgets und Kosten auf Seiten der Festivals de facto schon einer Kürzung gleichkam.“

Die momentane Entwicklung  widerspricht laut Festivalnetzwerk dem erklärten Ziel der Nordmedia, die Festivals in ihrem Bestand zu sichern und zu stärken. Zudem fordern die Filmfestivals in ihrer gemeinsamen Erklärung auf, die Festival­förderung im Dialog und auf konzeptioneller Grundlage gemeinsam mit den Festivals weiterzuentwickeln.

„Der Wegfall der EFRE-Mittel trifft Filmfestivals von landesweiter Bedeutung und internationaler Ausstrahlung“, sagt Volker Kufahl, Leiter des Internationalen Filmfestes Braunschweig und Sprecher des Festivalnetzwerkes. „Wir fordern die Landesregierung auf, der Festivalförderung mindestens Ausgleichsmittel zur Verfügung zu stellen.“

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie diese Mitteilung des Filmfest Oldenburg in Ihren Medien berücksichtigen, um die Konsequenzen der fortgesetzten Sparpolitik im Kulturbereich auf kommunaler und Landesebene ins Bewusstsein zu rücken.

Bei Fragen und Materialwünschen können Sie sich jederzeit an uns wenden.

Herzliche Grüße

Manuel Siebert

Internationales Filmfest Oldenburg | Kontakt: +49.441.9250855  | info(at)filmfest-oldenburg.de | www.filmfest-oldenburg.de