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Sympathy Note for Ken Russell

29.11.11

»Trauer um Ken Russell«

Mit großer Betroffenheit hat das Filmfest Oldenburg vom Tod von Ken Russell erfahren. Der herausragende Regisseur und Persönlichkeit des britischen Kinos, der auf dem Filmfest Oldenburg 2005 mit einer Retrospektive seiner Werke geehrt wurde, verstarb am 27. November.

1927 in Southampton geboren, studierte Ken Russell in den 50er Jahren Photographie und drehte für die BBC zahlreiche Künstler-Portraits. Mit „Women in Love“, einer Adaption von D.H. Lawrences „Lady Chatterley“ mit Glenda Jackson und Alan Bates, schaffte er 1969 seinen internationalen Durchbruch.

In den folgenden Jahren avancierte Russell mit „The Devils“ (1971) mit Oliver Reed und Vanessa Redgrave, und der Rockoper „Tommy“ (1975), ein Musical mit der Band The Who, zu einem der prominentesten britischen Filmemacher. Es folgten mehrere Komponistenfilme, darunter „The Music Lovers“ (1970) mit Richard Chamberlain. „Altered States“ (1980) erzählt von einem fantastischen wissenschaftlichen Experiment, das den Forscher Edward Jessup (William Hurt) in den Zustand vor der Geburt zurückversetzen soll. Nach dem Klassiker „Crimes of Passion“ (1984) mit Kathleen Turner und Anthony Perkins entstanden seit Ende der 90er Low-Budget–Produktionen wie „The Fall of the Louse of Usher“ (2002). Sein Film „Hot Pants“ feierte in Oldenburg 2005 Weltpremiere.

Als kompromissloser Standortbestimmer der britischen Gesellschaft errang Ken Russell in den 70er und 80er Jahren internationale Anerkennung. Verfall und Untergang der Bourgeoisie Großbritanniens sind ein großes Thema seiner Filme. In greller Bildsprache brachte Ken Russell Bürgerlichkeit mit exzentrischer Sexualität zusammen. Ästhetische und thematische Grenzüberschreitungen machten ihn zum Revolutionär einer erstarrten Kinowahrnehmung. Mit ungekannter Dynamik kombinierte er Musik, Film und Theater und etablierte sich als Impulsgeber für die Entwicklung neuer Genres.

Noch im vergangenen Jahr unterstütze uns Ken durch seine Partizipation bei dem Trailer „The Aristofrogs“. Wir danken ihm für seinen inspirierenden „spirit“ und seine Zugewandtheit zum Leben.

 

»Sympathy Note for Ken Russell«

We at the Oldenburg International Film Festival join with so many others who were honored to know Ken Russell in offering our deepest sympathy on his passing.

The greater the gift the greater the loss – and his gift to us in Oldenburg was invaluable. His loss is felt by all of us who were blessed to be enriched by his inspiring spirit and reverence for life.

Ken will remain in our hearts forever.

 

Sent with love and remembrance,

Torsten Neumann and the Oldenburg Filmfest Family