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Filmfest Oldenburg ehrt den 81-jährigen Radley Metzger mit Retrospektive

09.08.10

Er ist legendär, revolutionär und provokativ: Radley Metzger war mit seinen künstlerisch höchst anspruchsvollen Filmen einer der ersten, die es im prüden, konservativ-amerikanischen Mainstream-Kino wagten, nackte Haut zu zeigen.
Seine ästhetisch-sinnlichen Bilder sind derart betörend und verführerisch, dass man sich ihnen kaum entziehen kann. Doch nicht nur diese atemberaubend schönen Kameraeinstellungen, auch Metzgers klug konstruierten Geschichten, schauspielerisch hervorragende Leistungen und sinnig-brillante Dialoge verleihen seinen Filmen ihre unverwechselbare Handschrift. 26 Jahre nach seinem Rückzug aus dem Filmgeschäft wird der amerikanische Regisseur beim 17. Internationalen Filmfest in Oldenburg persönlich vor Ort sein und im Rahmen der ihm gewidmeten Retrospektive einige Filme persönlich vorstellen:
CARMEN, BABY (1967) ist ein wichtiger Meilenstein, weil Metzger sich erstmals dazu entschloss, den Film in Farbe zu drehen. Als „sexiest film with no nudity“ bescherte ihm der Film den größten finanziellen Erfolg seiner Karriere. Aufgrund seiner vornehmlich im gutbürgerlichen Milieu angesiedelten Filme wird er auch gerne als „Aristokrat der Erotik“ bezeichnet. THERESE & ISABELLE (1968) wird als sein bester Film gehandelt: Die Verfilmung von Violette Leducs autobiographischem Roman schildert eine aufkeimende Liebe in einem Mädcheninternat. Der Film erhielt hervorragende Kritiken und gilt ebenso wie THE LICKERISH QUARTET (1970) als ein Meisterwerk des erotischen Films.

Metzger arbeitete mehrfach mit Hans Jura zusammen, der in den sechziger Jahren zweimal mit dem Bundesfilmpreis für seine herausragenden Fähigkeiten als Kameramann ausgezeichnet wurde.