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PM 14: Die Preisträger des 20. Internationalen Filmfest Oldenburg

16.09.13

Der German Independence Award – Bester Deutscher Film, der in diesem Jahr erstmals mit 4000 Euro dotiert ist (gestiftet von der OLB) ging an Tom Lass’ meisterliche Lebens-, Sinn- und Liebessuche „Kaptn Oskar“. Neben der Entscheidung für Regisseur, Hauptdarsteller und Drehbuchautor Tom Lass’ „einzigartige Stimme“ als Filmemacher hat die Internationale Jury auch die beste Darstellerin des Festivals in der ebenso amüsanten wie wilden Geschichte des sich im Kreis drehenden „Kaptn Oskar“-Liebesdreiecks entdeckt. Der Seymour Cassel Award für den Besten Schauspieler wurde für ihre „beindruckende Leistung“ an Martina Schöne-Radunski vergeben, die als Oskars Ex im Film die buchstäbliche Brandstifterin in seinem Beziehungsdickicht ist. Überreicht wurde der Preis von der 76jährigen Independent-Ikone Seymour Cassel persönlich.

Der Preisträger des EWE-Publikumspreises wurde per Abstimmung der Oldenburger Festivalbesucher ermittelt und die Entscheidung fiel auf David Perraults minimalistische und kontrastreiche „film noir – und nouvelle vague“-Reminiszenz „Our Heroes died tonight“, in der sich in einem klassischen Gut-Böse-Schwarz-Weiß Wettstreit zweier Wrestler im Paris der 60er Jahre das Trauma des Algerien-Kriegs wiederspiegelt.

Mit dem von der Kurzfilmjury überreichten Preis für den Besten Kurzfilm schloss sich auf dem 20. Internationalen Filmfest schließlich der Kreis zum Eröffnungsfilm „Die Erfindung der Liebe“. Ausgezeichnet wurde Patrick Baumeisters „Preis“ mit der wundervollen Maria Kwiatkowski in ihrer letzten ‚vollendeten’ Rolle vor ihrem tragischen Tod.

Im Anschluss an die Preisverleihung im Staatstheater wurde das filmische Finale des 20. Internationalen Filmfest Oldenburg mit der Deutschlandpremiere von Gary Tarns faszinierendem und meditativen Kinogedicht „The Prophet“ gefeiert.

Das 20. Internationale Filmfest war wie gewohnt randvoll gepackt mit bemerkenswerten Filmen, aufregenden Stars, spannenden Begegnungen, coolen Auftritten, exklusiven Empfängen und rauschenden Partys. Nach vier Jahren Pause wurde der vielfältige Filmreigen im würdevollen Ambiente des Oldenburger Staatstheaters mit Lola Randls Film-im-Film „Die Erfindung der Liebe“ eröffnet. Im Jubiläumsjahrgang standen sieben Weltpremieren, fünf internationale und europäische Premieren sowie 17 Deutschlandpremieren auf dem prall gefüllten Programm, das mit  knapp 15000 Zuschauern und einer hervorragenden Auslastung der Säle zu einem großen Publikumserfolg wurde.

Filme wie  Markus Blunders „Autumn Blood“, Hannah Fidells „A Teacher“ mit der Entdeckung Lindsay Burdge in der Titelrolle, Edouard Delucs wunderbar leichter Roadtrip „Welcome to Argentina“ oder Derrick Bortes „Dark Around the Stars“ begeisterten die Besucher und auch die der iranischen Filmemacherin Mania Akbari gewidmete Retrospektive fand großen Zuspruch.

Nicht zuletzt war das Festival Schauplatz eines wahrhaft historischen Moments in der Geschichte des Independentkinos: Mit Seymour Cassel wurde der Freund und mehrfache Gast des Festivals der wohl wichtigste Wegbegleiter von John Cassavetes mit dem Großen Siegel der Stadt Oldenburg und mit einer Galavorführung von Cassavetes Klassiker „Faces“ geehrt und gleichzeitig stellte Xan Cassavetes, die Tochter des legendären Pioniers des Independentkinos, ihr Regiedebüt „Kiss of the Damned“ vor. Und selbst kleinere Pannen, die zu jedem großen Festival dazugehören, wurden zu Highlights, wie beispielsweise der furiose Stand-Up Auftritt von Jury-Präsident Bobcat Goldthwait als es in einer Vorführung in der Tribute Bobcat Goldthwait-Reihe zu einer kurzen Unterbrechung seines Film „Sleeping Dogs Lie“ kam.

Für großen Medienrummel sorgte außerdem der Besuch von Veronica Ferres, die auf dem Oldenburger „Walk of Fame“ mit einem Stern geehrt wurde und anschließend in der Justizvollzugsanstalt mit der Vorstellung ihres neuen Films „Gefährliches Schweigen“ die Reihe der JVA-Screenings eröffnete, die in diesem Jahr schon zum 8. Mal ein einzigartiges Festivalereignis boten.  

Zu den zahlreichen Stargästen des Festivals gehörten in diesem Jahr Deborah Kara Unger, Lindsay Burdge, Jakob und Tom Lass, RP Kahl, Sunnyi Melles, Arthur Brauss, Radley Metzger, Lola Randl, Thomas Sieben, Thomas Stiller, Buddy Giovinazzo.





German Independence Award – Bester Deutscher Film:

KAPTN OSKAR von Tom Lass

Begründung der Internationalen Jury Bobcat Goldthwait, My-Yung Park, Kasia Karwan, Douglas Buck und Ken Meyer:

„Wir waren von allen deutschen Wettbewerbsbeiträgen beeindruckt. Nach langem Überlegen erst sind wir zu einer Entscheidung gelangt. Es ist unsere Überzeugung, dass sich „Kaptn Oskar“ aufgrund seiner einzigartigen Stimme und der Risikobereitschaft seiner Macher von den anderen Wettbewerbern abgehoben hat. Auf mutige und innovative Weise gelingt es dem Film, mit minimalem Aufwand eine ausgesprochen intime und persönliche Geschichte zu erzählen.“

Seymour Cassel Award – Outstanding Performance:

MARTINA SCHÖNE-RADUNSKI für ihre Leistung in KAPTN OSKAR

Begründung der Internationalen Jury: „Seymour Cassel überzeugte in seiner langen Karriere in kleinsten Nebenrollen genauso wie als Hauptdarsteller. Ganz bewusst haben wir uns vor diesem Hintergrund für eine Schauspielerin entschieden, die mit großem Geschick ihren kurzen Auftritt als Alex in „Kaptn Oskar“ genutzt, den Film noch ‚größer’ zu machen.“

German Independence Award –Publikumspreis:

OUR HEROES DIED TONIGHT von David Perrault

German Independence Award – Bester Kurzfilm:

PREIS von Patrick Baumeister

Die Begründung der Kurzfilmjury Arno Frisch, Marcus Popescu und Francois Pavan:  
„Die Jury war beeindruckt von der außerordentlichen Authentizität, mit der Baumeister unter einer rauen Schale die Verletzlichkeit seiner Außenseiterfiguren entdeckt. Sein Film ist von fast dokumentarischer Präzision und gleichzeitig erstaunt die Leichtigkeit, mit der die Darsteller nah an ihren Figuren bleiben: vor allem die großartige Maria Kwiatkowsky. „Preis“ ist ein großer kleiner Film“




Freundliche Grüße
Internationales Filmfest Oldenburg

Pressekontakt:      Tony – Die Agentur GbR
Oliver Bernau –     Oliver.Bernau@filmfest-oldenburg.de /  
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Lavinia Reinke –     Lavinia.Reinke@filmfest-oldenburg.de /  
            0174 – 3408 691
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