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PM01: Kommunale Kürzungspläne bedrohen erneut den Fortbestand des Filmfest Oldenburg

17.02.12

Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD im Rat der Stadt Oldenburg drängen für die laufende Ratsperiode durch den Beschluss eines Hauhaltspaketes für das Jahr 2012 das Filmfest wieder an den Rand seiner Existenz. Von den im Verwaltungsentwurf veranschlagten 95.000 Euro Förderung will die rot-grüne Ratsmehrheit gleich 45.000 Euro einsparen. Margrit Conty (SPD), Vorsitzende des Finanzausschuss, argumentierte, dass eine Förderung von 3 Euro pro Besucher ausreichend wäre.  

Torsten Neumann, Leiter des Festivals, äußert bezüglich der Aussage der Kommunalpolitikerin:  „Es ist allseits bekannt, das Kultur mit einem vielfachen an Fördermitteln „pro Besucher“ bezuschusst wird. Selbst die von der Verwaltung veranschlagte Förderung, auf diese Denkweise umgebrochen, etwa 6 Euro pro Besucher, liegt da weit unter allem Vergleichbaren, was es in Sachen Filmfestivals, Theater, Museen gibt. Vorausgesetzt, Frau Conty sind die Durchschnittswerte von Kulturförderung andernorts bewusst, ist das eine Anmerkung von erschreckender Geringschätzigkeit, die sich mir lediglich wie ein persönliches Desinteresse an regionaler Kultur erschließt. Dem Aufwand-Nutzen-Faktor des Filmfestivals wird das bei weitem nicht gerecht.“

 

Neumann stellt hierzu eine Gegenrechnung auf. Das Festival hat im Jahr 2011 einen Betrag von über 220.000 Euro direkt in Oldenburg ausgegeben. Auf die letztjährige Fördersumme umgerechnet, wurden vom Festival für jeden Euro Förderung 3 Euro in die hiesige Wirtschaft reinvestiert. Mit anderen Worten, nicht nur kulturell, auch wirtschaftlich gesehen ist das Filmfest ein Gewinn für die Stadt.

„Durch eine derartige Kürzung wird der Fortbestand des Festivals wissentlich aufs Spiel gesetzt“, so Neumann, „denn hiermit ist die Weiterarbeit auf dem erreichten Niveau nicht zu verantworten. Die Auswirkungen einer solchen Kürzung haben wir in ausführlichen Gesprächen vor zwei Jahren hinreichend dargestellt. Das vergangene Festival hat aus der Krise 2010 gelernt, neue Wege des Wachstums auch dank erneuter Mittelanhebung gefunden. Eine derartige Mittelkürzung für ein wachsendes Kultur-Unternehmen, das hohe regionale Netzwerkeffekte erzielt, wäre hochgradig kontraproduktiv. Damit käme die Kürzung keiner besseren Verwendung der Steuermittel gleich, sondern einer Verschwendung vorher sinnvoll investierter Mittel und würde einen starken Wohlfahrtsverlust der Stadt Oldenburg und seiner Bürger bedeuten. Ein 2013 wird es so für das Festival in Oldenburg nicht geben.“

Am 19. März wird der Haushalt in einer Ratssitzung verabschiedet. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie diese Mitteilung des Filmfest Oldenburg in Ihren Medien berücksichtigen, um die Konsequenzen einer solchen Entscheidung noch im Vorfeld der Ratssitzung ins Bewusstsein zu rücken.

Bei Fragen und Materialwünschen können Sie sich jederzeit an uns wenden.

Herzliche Grüße

Manuel Siebert

Internationales Filmfest Oldenburg | Kontakt: +49.441.9250855  | info(at)filmfest-oldenburg.de | www.filmfest-oldenburg.de