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Das war’s mit den Stars

13.05.14

Vorläufiger Abschied vom Hauptpreis Reaktion auf Zuschussverlust

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/c/cd/NWZ-Logo.pngDas Filmfest wird den Hauptpreis nicht mehr vergeben können. Grund: Das Geld fehlt – denn Sponsoren und Stadt knausern. Bekannte Schauspieler werden ohne die Attraktion wohl bald einen Bogen um Oldenburg machen.

Oldenburg Wenn’s schlecht läuft, muss Oldenburg in nächster Zeit ohne Filmstars auskommen. Das ist eine der sichtbaren Folgen der Entscheidung der Leitung des Filmfestes, die Vergabe des Hauptpreises „German Independence Award“ zunächst zu stoppen (die NWZ? berichtete). Die Stadt, die sich seit zehn Jahren im Glanze der Hollywood-Größen sonnen konnte, wird auf den Glamour erst einmal verzichten müssen – weil des Budget des Festivals nichts anderes zulässt.

„Die Entscheidung, die Vergabe des inzwischen sehr renommierten Preises auszusetzen, ist uns sehr schwergefallen“, sagte Filmfestchef Torsten Neumann am Donnerstag der NWZ?, „aber wir mussten auf die wirtschaftliche Situation reagieren.“ Und die ist noch enger geworden, da im Vorfeld des 21. Festivals (10.-14. September) ein Oldenburger Unternehmen sein Sponsoren-Engagement deutlich zurückgefahren hat. „Andauernde Budgetrestriktionen“ nennt Neumann diese Tendenz auch bei anderen Unterstützern. Die seit einiger Zeit bereits fehlenden 50?000 Euro Zuschuss von der Stadt bleiben aber weiterhin der größte Fehlposten.

Trotzdem will Neumann die Streichung des wichtigsten Preises des Filmfestes nicht als neuerliche Kritik an der geringen städtischen Unterstützung gewertet wissen. Vielmehr sei dies eine notwendige Maßnahme, um das Filmfest in seiner Gänze zu retten. Außerdem: „Der Preis ist in den zehn Jahren seiner Existenz zum Herzstück des Festivals geworden. Wir werden darum versuchen, ihn möglichst schnell wieder zu vergeben“, kündigt Torsten Neumann an.

Wegzug nicht vorgesehen

Dazu bedarf es am besten weiterer Sponsoren, doch die, das weiß der Filmfestchef, sind rar in Oldenburg. Die Stadt zu wechseln, sei darum immer mal wieder ein Gedanke – aber nur am Rande. „Das Festival ist mein Leben, und das findet in Oldenburg statt. Ich bin gern hier und weiß die Qualitäten zu schätzen“, betont Neumann. „Aber es gibt eben auch Minuspunkte.“

Ein Minuspunkt in der Zukunft wird die Abwesenheit größerer Filmstar-Kontingente sein, befürchtet Neumann. „Für viele bekannte Schauspieler ist der einfache Besuch eines Festivals nicht so interessant wie der Besuch eines Festivals verbunden mit den Aufgaben als Jurymitglied.“ Für Stars wie Mira Sorvino, Matthew Modine, Deborah Kara Unger, Bobcat Goldthwait oder Stacy Keach bekam Oldenburg erst durch die Filmfest-Jury seinen besonderen Reiz. Andere Stars wie zum Beispiel Tom Schilling wurden durch die Aussicht auf einen Erfolg im Filmpreis-Rennen angezogen.

Auch Politik ist gefragt

Die Preisvergabe vorerst auszusetzen, ist für Neumann dennoch unumgänglich. „In den vergangenen vier Jahren ging es nur noch dank kurzfristiger und zusätzlicher Unterstützung der Wirtschaft. Die aber fehlt nun.“ Diese wiederzuerlangen sei ein Ziel: „Da ist auch die Politik gefragt“, findet er.

 

 

 

Aus Nordwest Zeitung vom 09.05.2014